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Der BREXIT als Win-Win-Situation für Britannien und die EU – und für TREEEC

Noch einmal BREXIT. Die neue britische Premierministerin Theresa May beruft Boris Johnson zum Außenminister. Er ist nun das Sprachrohr des Vereinigten Königreichs nach außen. Ich bin gespannt, was er aus seiner Rolle machen wird. Bekanntlich begleiten ihn meine Sympathien. Mit David Davis wurde ein konservativer Hardliner zum Minister für den EU-Austritt ernannt, an dem sich die EU-Verhandler die Zähne ausbeißen sollen. Er hat begonnen, sich mit dem Thema des Verbleibs von EU-Bürgern in Britannien nach dem Austritt gegen die EU in Stellung gebracht. Er wird lernen müssen, Kompromisse zu machen. Aber er wird das Beste für Britannien herausholen. Noch etwas wird er machen, er wird die Mitglieder der EU und ihre führenden Protagonisten in ihren Positionen gegen Britannien einen. Wo andere aber eine Lose-Lose-Situation sehen, sehe ich das genaue Gegenteil, nämlich eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Britannien wird gestärkt, die EU genauso.

Trotzdem, Britannien hat eine Menge Arbeit vor sich. Nicht nur hinsichtlich der EU, mit der ein vernünftiges Arrangement getroffen werden muss und unverzichtbar ist. Mit sämtlichen anderen Ländern müssen Handelsabkommen verhandelt und geschlossen werden. Was vorher von der EU für alle Mitglieder verhandelt wurde, muss nun von Britannien neu und mit jedem Land einzeln verhandelt werden. Der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox ist neuer Handelsminister und damit betraut. Das Vereinigte Königreich ist als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt ein attraktiver Wirtschaftspartner und Absatzmarkt, mit dem man gerne Abkommen schließen wird. Und die Britten haben die Erfahrungen und nicht zuletzt das Selbstbewusstsein, um das zu meistern. Wie ich schon ausgeführt hatte, sehe ich das als eine Riesenchance für Britannien. Und für uns.

Mit „uns“ meine ich die Initiative, die sich hier in meinem Blog als TREEEC durch alle meine Beiträge zieht. Eine Initiative, die in einem ganz wichtigen Bereich, nämlich hinsichtlich ihrer finanzwirtschaftlichen Heimat auf Britannien setzt. Es hat für TREEEC keine Bedeutung, ob die britische Währung, das Pfund Sterling, stark oder schwach notiert. Entscheidend ist, dass es als eigenständige Währung existiert und nicht mehr befürchtet werden muss, dass die Briten es durch den Euro ersetzen könnten. Die alternative Währung von TREEEC, also TREEEC MONEY (TRM), wird das Pfund Sterling als Referenzwährung haben. Das bedeutet, dass die Aktiengesellschaft, deren Aktien jede einzelne Einheit von TRM widerspiegeln, eine britische sein wird. Diese Gesellschaft wird sich dementsprechend an anderen Unternehmen beteiligen, um dadurch neues Geld zu schöpfen und mit Realwerten zu unterlegen. Wem das noch nicht so klar ist, wie das funktioniert, der sollte sich die Webseite http://treeec.money anschauen. Dort ist es ausführlicher erklärt.

Wenn sich nun eine britische Gesellschaft an Unternehmen weltweit beteiligen soll, dann ist es ganz entscheidend, dass Britannien Handelsverträge abschließt, die auch die Investitionssicherheit für britische Unternehmen einschließen, und umgekehrt natürlich. Warum ich darin einen Vorteil sehe gegenüber einer Einbindung in die EU? Weil ich Britannien für entschlossener und schneller in der Reaktion halte, wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen soll. Aus seiner Jahrhunderte langen Erfahrung als Weltmacht sehe ich dort sowohl ein großes und mit Selbstbewusstsein ausgestattetes Verhandlungsgeschick, als auch eine robuste Entschlossenheit, Probleme zu lösen. Um nicht missverstanden zu werden, ich spreche nicht vom Einsatz von Gewalt. Ich bin aber überzeugt, und weiß es, dass die Briten ihre Unternehmen ganz anders unterstützen, als wir das von der deutschen Regierung und den deutschen Behörden und Diensten her kennen.

Die Franzosen mögen da ähnlich effektiv sein, aber sie sind an die EU und den Euro gebunden. Und bei den Amerikanern sehe ich eine Menge Unwägbarkeiten und Unkalkulierbarkeiten, die meine Begeisterung dämpfen und mich nicht wirklich auf einen auch in Zukunft einigermaßen  stabilen US-Dollar vertrauen lassen. Trotz meiner Verbundenheit mit den USA spreche ich vielen Amerikanern und ebenso ihren Institutionen auch die Fähigkeit ab, mit Partnern nicht als Großmacht, sondern auf Augenhöhe umzugehen. Britannien als ehemalige Großmacht musste es lernen und hat es gelernt, wesentlich kooperativer und Interessen ausgleichender zu denken, ohne sich aber vereinnahmen zu lassen. Wenn wir in Zukunft als TREEEC beispielsweise intensiver mit China zusammenarbeiten, und da ist einiges in Vorbereitung, dann tun wir das nicht als deutsches oder amerikanisches Unternehmen, sondern als britisches. Nicht zu vergessen, durch die Verbindung mit den Stiftungen in der Schweiz und in Lichtenstein sowie der alle Mitglieder vereinenden Genossenschaft in Deutschland sind wir Europäer, und als solche Partner für alle Länder der Welt.

Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Briten ihre Austrittserklärung nach Artikel 50 des EU-Vertrages übergeben werden, haben auch wir noch eine Vorbereitungszeit. Mit der Übergabe der Austrittserklärung  beginnen seitens Britannien nicht nur die Verhandlungen mit der EU, es werden auch die Verhandlungen bezüglich neuer Handelsabkommen mit anderen Ländern volle Fahrt aufnehmen. Das bietet uns bei TREEEC die Gelegenheit, dass unsere Verantwortlichen im Fahrwasser der offiziellen britischen Verhandler und Politiker auch in den betreffenden Ländern vorstellig werden, die Möglichkeiten sondieren und erste Realisierungsschritte für TREEEC auf nationalen Ebenen einleiten. Dafür haben wir zwei Jahre Zeit, um möglichst effektiv organisatorische Brückenköpfe vorzubereiten, die mit dem Austritt Britanniens aus der EU aktiv geschaltet werden. Was nicht heißt, dass nicht auch auf einer sicheren rechtlichen Grundlage vorher schon projektbezogene Aktivitäten starten können.

Es ist üblich, dass Minister bei Besuchen in anderen Ländern von Delegationen begleitet werden, denen auch Vertreter von Unternehmen angehören. Der britische Außenminister Johnson wird ebenso wie sein Handelsministerkollege Fox viel in der Welt unterwegs sein müssen, um die Wirtschaftsbeziehungen Britanniens  mit der Welt neu zu ordnen. Natürlich, solange die britische Systemgesellschaft von TREEEC nur dahin dümpeln würde, käme keiner der Minister auf die Idee, Repräsentanten von uns einzuladen, mitzureisen. Aber mit dem Hochfahren von Leitprojekten von TREEEC wie RES:Q und vor allem PANTERRE sähe das schon ganz anders aus. Und die werden hochgefahren. Dazu kommt, dass sowieso ein entsprechender Repräsentant von TREEEC, der in Britannien gut vernetzt ist, neben den Vorständen der Systemgesellschaft bestellt werden wird, um die politischen Kontakte zu pflegen. Boris Johnson können wir für diese Aufgabe nicht mehr gewinnen, denn der ist jetzt Außenminister. Aber es gibt auch noch andere, die dafür bestens geeignet sind.  Und gleich gesagt, nein, ich sage nicht, dass wir auch mit Nigel Farage Gespräche führen werden. Aber wir werden mit einigen sprechen. Denn wir brauchen gute Leute und Unterstützer. Die Besten.

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