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Macht sich General Electric fit für TREEEC?

Dieser Jeff Immelt, der neue Chef von General Electric,  gefällt mir. Jedenfalls gefällt mir, was ich aus den Medien erfahre und wie er das mit dem Konzernumbau macht. Weg mit dem ganzen Finanzbereich. Auf den Misthaufen damit. Zurück zum Industriegeschäft. Zurück zu den Wurzeln. Nur dort, wo Finanzierungen unverzichtbare Absatzinstrumente sind, na ja, da kann man sie noch akzeptieren. Da muss man sie noch in Kauf nehmen, solange es noch das herkömmliche Finanzsystem und noch nicht die Möglichkeiten von TREEEC gibt.

„Grund für das Ausmisten sind die Lektionen aus der Finanzkrise. Die Konzernbilanz war mit riskanten Vermögenswerten überladen – das führte fast zum Kollaps, als die Weltwirtschaft nach dem Platzen der Kreditblase in den Abgrund blickte.“ So wird es in den Medien beschrieben, hier mit diesem Zitat bei N-TV. Da soll mir noch jemand sagen, dass die Industrie nicht erkannt hat, was für ein Sprengsatz Finanzgeschäfte sind und dass nur reale Wirtschaft wahre Wirtschaft ist.  Lange Zeit brachte der Finanzbereich bei General Electric mehr als die Hälfte der Gewinne, letztes Jahr waren es noch 42 Prozent. So profitabel das Finanzgeschäft im Sinne des herkömmlichen Finanzsystems ist, so riskant ist es auch. Insofern ist der Strategiewechsel dieses amerikanischen Industriegiganten für mich ein klares Signal, dass die Zeichen der Zeit erkannt werden. Und dass die Zeit reif ist für TREEEC.

Jeff Immelt ist gelernter Mathematiker und Chemiker. Ohne Frage, er muss herausragende Managementqualitäten besitzen, um so ein Unternehmen führen zu können. Als Kronprinz des legendären GE-Chefs Jack Walsh konnte er sich aber auch eingehend auf diese Aufgabe vorbereiten. Aber es ist ja nicht so, dass er erst seit gestern an der Spitze von GE steht. Er hat schon 2001 Walsh beerbt und damit auch schon 15 Jahre diese Position inne. Man sagt, Immelt bricht mit der Strategie von Walsh, wenn er sie Finanzsparte abstößt. Aber ich habe mehr den Eindruck, er macht etwas, was Walsh auch getan hätte, wenn er dessen Notwendigkeit erkannt hätte. Macht er General Electric fit für TREEEC. Vielleicht. Aber ohne bisher wohl zu wissen, dass es TREEEC gibt und was es ist.

Kurz noch ein Wort zu Jack Walsh. Er gilt als einer der erfolgreichsten Manager und Managementdenker. Aber auch als beinhart seiner radikalen Methoden wegen. Er ist auch einer der Väter des Shareholder-Value-Konzeptes, das Anfang der 1980er Jahre aufkam, bei dem unternehmerische Entscheidungen ausschließlich am Nutzen für die Aktionäre ausgerichtet werden. Fast 30 Jahre später kehrte er aber diesem Konzept den Rücken  und bezeichnete das als „die blödeste Idee der Welt“. Es sei falsch, den stetigen Ergebnisanstieg und ständige Aktienkurssteigerungen als überragendes Ziel festsetzten und betonte, „die wichtigsten Interessensgruppen sind die eigenen Mitarbeiter, die eigenen Kunden und die eigenen Produkte.“ Das klingt schon sehr nach TREEEC. Deshalb sagte ich, was Immelt macht, hätte auch Walsh gemacht, wenn er noch in der Position wäre.

Das neue Wirtschaftssystem von TREEEC braucht solche Top-Manager in den Unternehmen, die sich als Business Partner anschließen sollen. Manager, die die Zeichen der Zeit erkennen, überholte Ansichten über Bord werfen und neue Erkenntnisse auch anwenden und sinnvolle  Möglichkeiten nutzen. Ich habe keine Sorge, dass allgemein und ganz speziell von solchen Leuten erkannt wird, was TREEEC sein kann und an neuen Möglichkeiten schafft. Bis dahin ist es noch ein Stück Weges, aber wir haben die ersten Schritte getan.

Bei einer Sache wird es noch Diskussionen geben. Nämlich bei der Umstrukturierung eines Konzerns wie General Electric hin zu mehr selbständigen Handlungseinheiten in den einzelnen Geschäftsbereichen. Die auch außerhalb der vorgegebenen Unternehmensstrategie selbstbestimmter eigene Wege gehen können. In diesen Einheiten können die Manager, die so ein Konzern herangebildet hat, dann zeigen, was sie gelernt haben. Immer mit der Unterstützung des Gesamtunternehmens und ebenfalls der von TREEEC. Aber dadurch auch in die Lage versetzt, etwas wagen zu können, Neues schaffen und mit diesem Neuem neue Wege gehen zu können.

Von Finanzhaien und „Heuschrecken“ werden Unternehmen zerschlagen und die Einzelteile verkauft. Meist bringen die einzelnen Teile dann mehr als vorher das Gesamtunternehmen. Diese Methode kann man nur ablehnen, weil es denen nicht um die Weiterentwicklung, sondern um den schnellen Profit geht, und die Unternehmen vorher noch bis zur Halskrause mit Krediten belastet werden. Ein Beispiel in Deutschland für so etwas war die Übernahme von Karstadt, wenn auch aus einer Insolvenz, durch den „Investor“ Nicolas Berggreun. Der so gut wie nichts investiert und trotzdem satten Profit raus gezogen hat. Doch es geht nicht um Finanzzockerei, sondern im Gegenteil um sinnvolle Strukturen für die Schaffung größerer Werte. Und es muss nicht gleich eine vollkommene Zerschlagung sein, aber eine kleinteiligere Strukturierung mit rechtlich selbständigen Handlungseinheiten, die auch in die Regionen eingebunden sind, in denen sie ihre Verwaltung und ihre Produktion haben, ist sinnvoll und entspricht dem Modell von TREEEC.

Ich habe mich in einem der voran gegangenen Blogbeiträge über den Wert der Firma Apple geäußert. Und dabei auch gesagt, dass es im Gegensatz dazu Unternehmen gibt, die die Aktiennotierung wert sind, die sie gegenwärtig haben, oder sogar noch höher zu bewerten sind. Für mich gehört General Electric zu denen, die wert sind, was sie wert sind. Und die noch ungeschöpftes Potential haben, das mit TREEEC hervorragend aktiviert werden kann. Wenn es ein Angebot geben wird, Aktien direkt gegen T:MONEY zu tauschen, dann dürfte das für Aktien von GE recht interessant werden. Vielleicht kommen genug Aktien zusammen, um direkten Einfluss auf GE nehmen zu können. Und um mit Jeff Immelt direkt zusammenarbeiten zu können. Aber wenn nicht als Aktionär mit Einfluss, dann bei einem der wegweisenden Projekte von TREEEC, wo es Partner wie GE braucht. Vielleicht werde ich mich bemühen, vorher noch ein paar Worte mit Jack Walsh wechseln zu können. Nein, ich träume nicht, TREEEC hat das Potential dazu. Was wir beweisen werden.

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