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Ende des Wirtschaftswachstums und gesättigte Märkte – was dann?

Die Wirtschaft in der herkömmlichen Form braucht ständiges Wachstum, um zu funktionieren. Durch ein Geld und eine Spekulativfinanz, die die reale Wirtschaft vor sich her treiben, können die Zinsen und noch weniger die Zinseszinsen und die Spekulationsgewinne auf Dauer nicht eingebracht werden. Von „verdienen“ will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden, denn das würde ein Werturteil bedeuten, das dem nicht zusteht. So schnell kann aber die Realwirtschaft gar nicht wachsen, um die Unvernunft und die Gier zu bedienen. Deshalb werden Finanztransaktionen, die überhaupt keine realen Geschäfte zum Gegenstand haben, gegenwärtig in die Wirtschaft mit einbezogen und hinzugerechnet. Ich habe mich an anderer Stelle schon darüber ausgelassen, dass ich es für eine Perversion halte, von „Finanzwirtschaft“ zu sprechen, wo das nicht unmittelbar oder überhaupt nicht mit realen Werten verbunden ist. Wenn es kein Wachstum für die heutige Form der kapitalistischen Wirtschaft mehr gäbe, bräche sie vollends zusammen. Wir erleben es derzeit schon, dass Wachstumseinbrüche zu systemrelevanten Krisen führen. Stets ist damit ein Vertrauensverlust in die Politik und den Staat verbunden und damit auch in die herkömmliche Form des Geldes, das nur vom Vertrauen in den Staat lebt und dadurch seine Funktion (noch) erfüllen kann. Bricht die Wirtschaft zusammen, bricht das Vertrauen zusammen, bricht das Geld zusammen.

Aber Wirtschaft kann nur zusammenbrechen, wenn sie nicht eine solide gebaute und werthaltige Sache ist, sondern nur ein aufgeblasenes Konstrukt und Luftgebilde, dem jederzeit die Puste ausgehen und das haltlos in sich zusammensinken kann. Der Valorismus, die auf Werte aufgebaute Wirtschaftsordnung, die dem Kapitalismus nachfolgen soll, und deren Instrument zur Realisierung TREEEC darstellt, ist diese solide gebaute Sache. Es müssen keine Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaftet werden und schon gar keine unsubstantiellen Spekulationsgewinne. Kredite bedeuten eine Beteiligung am Unternehmen bzw. am Unternehmenserfolg oder einen Anteil am Realwertgeschäft. Dass es ein Finanzwesen ohne Zinsen und Spekulation geben kann, das auch funktioniert, können wir im Islam sehen. Auch wenn da in islamisch dominierten Ländern einiges aufgeweicht und unserem herkömmlichen Finanzsystem angeglichen wurde. Übrigens, auch im Christentum gab es ein Zinsverbot, das noch im Mittelalter galt, aber dann abgeschafft wurde. TREEEC hat dort Anleihen genommen, wo es etwas Sinnvolles gab und gibt, und in die Konstruktion des neuen Wirtschaftssystems intelligent und „veredelnd“ eingefügt. So ist ein solider Unterbau für die neue Wirtschaft entstanden.

Solange nicht alle Regionen wirtschaftlich erschlossen sind und nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu Wirtschaft und Welt haben, den sie haben wollen, wächst die Wirtschaft bei TREEEC. Das ist aber kein „Umsatzwachstum“, und Finanzgeschäfte im heutigen Sinn fließen da überhaupt nicht ein. Vielmehr ist es ein Wertewachstum, indem Werte erhalten und neue geschaffen werden. Diese Werte können nicht von heute auf morgen verloren gehen, wie das bei unserer herkömmlichen Wirtschaft der Fall ist, wo der größte Teil der „Scheinwerte“ über Nacht verpuffen kann und sich plötzlich Elend und Not ausbreiten.  Aber was ist, wenn alles erschlossen ist, alle gleiche Teilhabemöglichkeit an Wirtschaft haben, und wenn kein Nachholbedarf mehr besteht und die Märkte gesättigt sind? Dem stelle ich die Fragen entgegen: Wird dann nicht mehr produziert? Muss dann nicht weiterhin Vorhandenes erhalten werden? Wird dann nichts Neues mehr geschaffen? Sicher nicht. Für den täglichen Bedarf wird produziert werden. Auch was sich abnutzt, muss repariert oder ersetzt werden. Die Technik wird sich weiterentwickeln und Neues wird auf den Markt kommen. Die Wirtschaft läuft weiter. Das wird aber alles nachhaltig, umweltgerecht und Ressourcen schonend erfolgen.

Dennoch, die Wirtschaft wird sich umstellen müssen. Das ist aber keine strukturelle Veränderung und schon gar kein  problematischer Prozess, sondern eine gleitende Entwicklung und letztendlich deren Konsolidierung. Wir reden hier nicht von ein paar Jahren, sondern zumindest von Jahrzehnten, und in hundert Jahren werden wir noch vieles zu bewältigen haben. Unsere Generation wird das nicht mehr erleben, aber sie kann und muss ganz entscheidend den Weg dorthin ebnen. In dieser Zeit wird noch vieles anders werden. Es werden neue Möglichkeiten in Technik,  Kommunikation, Gesundheit und anderen Bereichen geschaffen, die Einfluss auf unser Leben haben und es hoffentlich für alle leichter bei besserer Gesundheit werden lassen. Der Dienstleistungsbereich wird weiter wachsen, aber nach dem Modell von TREEEC auch die solidarische Hilfe und Unterstützung. Und was der Dinge alles mehr sind. Das alles zu prognostizieren ist nicht die Aufgabe. Vielmehr müssen die Lösungen gefunden werden, sobald neue Probleme erkennbar sind. Dafür liefert TREEEC die Instrumente und die Methode der Problemlösung im Rahmen einer vorgegeben Richtung und auf einem soliden Fundament der wirtschaftlichen Ordnung und einer daraus entstehenden neuen Welt. Zweifellos wird der Mensch auch neue Herausforderungen suchen. Beispielsweise durch die Erschließung der Meere und des Weltraums. Letztendlich werden diese durch TREEEC überhaupt erst finanzierbar werden. Vor all dem müssen wir keine Angst haben

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