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Gute Leute, TREEEC und Grenzen, die überwunden werden müssen

Ohne gute Leute, die als Mitinitiatoren und Partner bei TREEEC Verantwortung und Führung übernehmen, geht es nicht und lässt sich so ein komplexes Projekt nicht realisieren. Es ist der Knackpunkt für den Erfolg überhaupt. Es gibt solche guten Leute bei TREEEC, aber noch zu wenige. Und es gab gute Leute, bei denen es sich aber herausgestellt hat, dass sie nicht gut genug für die Aufgabe und überfordert waren. Das war nicht immer die Schuld dieser Leute, manchmal haben wir und ich auch zu viel erwartet oder haben uns am Anfang blenden lassen. Manch einer, der in seinem speziellen Fachbereich sehr gut war, aber auch nur darin, wurde „verheizt“, weil zu viel von ihm verlangt wurde, was er einfach nicht leisten konnte. Oder die persönliche Bereitschaft, sich und alle seine Möglichkeiten einzubringen, war nicht genügend ausgeprägt. Ich will ein Beispiel dafür bringen und auch sagen, welche Lehren ich daraus gezogen habe.

Eine ganze Zeit hat ein Mann die Entwicklung von TREEEC begleitet, den ich für einen der besten und begnadetsten Luftfahrtingenieure Deutschlands, wenn nicht Europas, halte. Diejenigen, die schon länger mit TREEEC zu tun haben, haben ihn vor allem in Verbindung mit dem Projekt PanTerre kennen gelernt. Bei PanTerre handelt es sich um ein in TREEEC integriertes Logistikprojekt, das schlecht erschlossene Gebiete ohne oder mit geringer Infrastruktur mit „der Welt“ verbindet. Darin eingeschlossen ist die humanitäre Logistik, die Versorgung im Not- und Katastrophenfall. Ein wichtiger Teil von PanTerre ist die Entwicklung kostengünstiger und den jeweiligen Bedürfnissen angemessener Transportmittel mit hoher Modularität für Land, Luft und Wasser.

Den Namen dieses Mannes will ich nicht nennen. Ich darf es auch gar nicht, denn wir haben uns nicht einvernehmlich getrennt. Er soll hier der Einfachheit halber als „Aviator“ bezeichnet werden. Ich habe Aviator kennen gelernt, als er Kooperationspartner für ein Flugzeugprojekt gesucht hat. Er hat mich mit seinen Ideen und seinem Verständnis für technische Dinge und Abläufe sofort überzeugt. Dazu hatte ich, bevor er schon an uns herantrat, eine Empfehlung aus einem Kreis von Leuten, mit denen ich lange Jahre freundschaftlich und vertrauensvoll verbunden war. Aviator war für mich der kongeniale Ansprechpartner für innovative technische Entwicklungen bei TREEEC.

Dazu muss man wissen, dass ich mich seit längerem selbst auch mit technischen Lösungen beschäftige und es darin zu einem gewissen „innovativen Geschick verbunden mit praktischer Machbarkeit“ gebracht habe. Ohne allerdings, wie ich hoffe, mir die Verschrobenheit manches „Erfinders“ zugelegt zu haben. Inspiriert durch viele Gespräche mit Aviator habe ich schließlich meine Methode des „Targeted Asymetric Innovation & Engineering (TAI&E)“ zu dem weiterentwickelt, was es heute ist. Die aber, das sei gleich gesagt, den Rahmen und die Methodik vorgibt, aber fähige Ingenieure und Techniker zur praktischen Anwendung braucht. Jedenfalls konnte aber auch Aviator viel von mir erfahren und lernen und seine eigenen Projekte optimieren.

Bei einem Projekt, das ich herausgreife, sogar so weit, dass es ohne meine innovative und auf praktische Machbarkeit und Markterschließung ausgerichtete Denkweise gar nicht so weit gekommen wäre, wie es gekommen ist. Es handelt sich dabei um ein leichtes Transportflugzeug und eine darauf aufbauende Flugzeugfamilie für die Verwendung in Verbindung mit PanTerre. Insbesondere das abschließende Grundmuster hatte in seinen Alleinstellungsmerkmalen letzten Endes nicht mehr viel mit der ursprünglichen Idee von Aviator zu tun. In den mittlerweile etwas mehr als zwei Jahren „nach“ Aviator ist das Projekt PanTerre übrigens nicht eingestellt worden. Auch nicht die Entwicklung eines leichten Transportflugzeus für „Remoter Regions“, nur ohne auf seine Ideen zurückzugreifen. TAI&E fand und findet dabei praktische Anwendung.

Ich habe das bis hierher so ausführlich geschildert, um einerseits die Genialität eines Ingenieurs, andererseits eine ausgesprochen konstruktive und befruchtende Zusammenarbeit in Verbindung mit TREEEC aufzuzeigen. Und nun zu meinem entscheidenden Fehler zu kommen, der die Zusammenarbeit abrupt beendet hat. Nachdem das Vertrauensverhältnis schon eine Zeit lang erodiert war. Ich stelle das hier dar, weil es ein Lehrbeispiel ist, gerade in Bezug auf TREEEC. Ich habe nämlich einen guten Mann überfordert. Und ich habe mehr Fähigkeiten und persönliche Eigenschaften in ihm gesehen, als er hatte. Wäre er auf seinen Bereich als Ingenieur und Konstrukteur beschränkt geblieben, hätte das TREEEC einiges an Zeit gespart und ihn selbst einiges weiter gebracht.

Ich hatte nämlich geglaubt, dass er für Größeres und auch für TREEEC insgesamt einsetzbar sei und die Führung ganz oben übernehmen könne. Dorthin habe ich ihn konsequent zu führen versucht. Nicht zuletzt die Empfehlung von sehr reputierlicher Seite, die ich ihn betreffend erhalten hatte, war Grund meiner Fehleinschätzung. Ich muss sagen, das ursprüngliche Vertrauen zwischen uns hätte gerechtfertigt, ihn an höchste Stelle zu setzen. Aber es waren drei Dinge, die ich falsch beurteilt hatte.

Das eine war seine totale Fokussierung auf das Technische und sein nur geringes Interesse an allem, was Management und Wirtschaftliches anbelangte. Das zweite war seine familiäre Situation. Obwohl einziger Sohn einer nicht unvermögenden Familie war er nach seiner Heirat und überhaupt dem ersten Kind eine anderer. Seine Frau hatte eine tiefe Abneigung gegen TREEEC und damit gegen mich, und vermied es auch, mich persönlich kennen zu lernen. Weil sie von ihrem Mann im Wesentlichen nur eines verlangte: bring Geld nach Hause und gib Dich nicht mit sowas ab, damit wir uns den Lebensstil leisten können, den ich als deine Frau erwarten kann. Er stand dadurch zwischen zwei Stühlen. Und dadurch war auch das Dritte bedingt, dass er TREEEC nur nebenher machen konnte und wollte und auch nicht bereit war, alles einzubringen, was man als Mitinitiator, in der Position überhaupt, hätte einbringen müssen.

Bald fiel von ihm die Aussage, dass es demnächst soweit sei, mich in Rente zu schicken. Tatsächlich hatte sich einiges entwickelt. Durch meine Initiative. Aber in den Augen von Aviator nicht so sehr TREEEC betreffend, sondern ganz speziell auf das Transportflugzeug bezogen, dem sein hauptsächliches Interesse galt. Wobei ich über meine Kontakte Leute aus den USA aktiviert hatte, die für TREEEC und integriert das Projekt PanTerre insgesamt, nicht alleine für das Flugzeug, ein paar Millionen Dollar als Anschub und Einlage für eine Zusammenarbeit bereit stellen wollten. Zusätzlich war ich in fortgeschrittenen konstruktiven Gesprächen mit einer möglichen Partnerfirma für die Produktionsanlagen. Von denen, wie sich zu einem Zeitpunkt herausstellte, als Verhandlungen um ein mögliches Betriebsgelände direkt neben einem Verkehrsflughafen in Brandenburg im Gange waren, Aviator eine ganz andere Vorstellung hatte, als vorher besprochen. Wie er überhaupt eine andere Vorstellung vom weiteren Ablauf hatte.

Offenbar glaubte er sich am Ziel dessen, was er wollte. Er wollte ein Flugzeug konstruieren und bauen. Die viel wichtigere Aufgabe, das auch wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen und eine schnelle und effektive Marktdurchdringung zu erreichen, schien ihm nebensächlich. Vielleicht weil die wirtschaftlichen Abläufe und Notwendigkeiten ihn im Grunde nicht interessierten. Siehe meine erste falsche Beurteilung oben. Des Weiteren begann er, das aus den USA zugesagte Kapital in einer Weise zu verplanen, die ich nicht gut heißen konnte. In dieser Planung war auch ein nicht geringer Anteil für ihn als Konstrukteur vorgesehen. Siehe meine zweite falsche Beurteilung oben. Das entsprach aber nicht dem, wie ich es vertrauensvoll mit den Geldgebern für TREEEC und PanTerre vereinbart hatte. Außerdem begann er, die Betriebsanlagenplanung persönlich zu übernehmen und mich davon auszuschließen. Das entsprach aber nicht mehr dem eigentlichen geplanten Zweck für TREEEC und PanTerre. Es war auch nicht mehr mit dem kompatibel, was ich gerade bezüglich des Produktionsanlagenbaus verhandelte.

Die Gesprächsgrundlage ging rasend schnell verloren. Ich zog die Notbremse, sagte das Geld aus den USA ab, um Probleme zu vermeiden und dortiges Vertrauen nicht zu verlieren, und beendete die Verhandlungen wegen der Produktionsanlage. Es kam zum Bruch. Natürlich, der Bad Boy war der Böse, denn als solcher  hatte ich das in seinen Augen durch meine Handlungsweise kaputt gemacht. Was kaputt gemacht? Die Chance auf Geld für die persönliche „Bedürfnisbefriedigung“? Nicht auszuschließen. Der Ton verschärfte sich, von der anderen Seite kamen ebenso sinnlose wie böswillige Unterstellungen. Kurz schien die Vernunft wieder die Oberhand zu gewinnen. Doch als Aviator mir vorschlug, dass ich für „sein“ Projekt die Leute und einige Unternehmen in den USA doch noch überzeugen sollte, Millionen locker zu machen, wurden meine Vorbehalte voll bestätigt. Es wollte nämlich zuerst einmal einen zweistelligen Millionenbetrag daraus schon als Handgeld und nur bedingt für seine Entwicklungsarbeit haben. Die Leistung, die ich bzw. ich für TREEEC an dem Transportflugzeug erbracht hatte, kamen in seiner Rechnung überhaupt nicht vor.

Sodann forderte er so abartig hohe Lizenzgebühren und weitere Zahlungen sowie so weitgehende Rechte für sich, dass kein Verhandlungspartner mit Branchenkenntnis und auch schon nicht mit gesundem Menschenverstand das akzeptiert hätte. Dafür hätte ich dann eine „Provision“ von ihm bekommen sollen. Er hatte total verkannt, dass nicht „sein“ Flugzeug den Wert bedeutete, sondern die von mir vorgenommene technische Adaptierung für TREEEC, das System seiner Vermarktung und die Form des Betriebes und Einsatzes in Verbindung mit PanTerre. Und er hatte noch etwas verkannt, obwohl er es besser hätte wissen müssen. Aber da ist er wohl von sich selbst und seiner Denkweise ausgegangen. Dass ich persönlich alles für TREEEC gegeben und nichts verlangt habe und verlangen werde, nicht käuflich bin und nicht zu Lasten von TREEEC jemand anderem jemals etwas zuschustern werde. Das hatte er wohl schon von mir gehört, konnte es aber offenbar nicht verstehen.

Ich habe noch nie auch nur einen Cent von TREEEC und für meine Arbeit und meinen Einsatz bekommen. Und ich werde für mich persönlich auch nie etwas verlangen, selbst wenn TREEEC, wie ich hoffe, für seine Mitinitiatoren und Partner zu einer sehr profitablen Sache werden wird. Denn einer, in dem Falle bin ich das, muss frei von allen finanziellen Interessen eine solche Sache vorantreiben. Ohne Dollarzeichen in den Augen, und ohne die Gefahr, bei all dem in Gier zu verfallen und dadurch seinen Verstand und seine Urteilskraft zu trüben. Ja, auch kontrollierend und eingreifend, wenn ich das bei Mitinitiatoren beobachte.

TREEEC wird niemals auf Pump leben und wer in der Aufbauphase mitmacht, der muss sich bewusst sein, dass er erst etwas dafür bekommt, wenn es etwas zu verteilen gibt. Mehr noch, ich erwarte von denen, die eingeladen sind, Mitinitiatoren zu werden, dass sie alles geben, ihr Herzblut sowieso, worüber sie verfügen. Einen guten Teil ihrer finanziellen Möglichkeiten ebenso. Nur denen gestehe ich auch zu, an allem zu partizipieren und mitzuverdienen. Eine anspruchsvolle Vorgabe, ich weiß, aber es geht auch um ein anspruchsvolles und einzigartiges Projekt, zu dem man nur einmal eine Einladung bekommt. Und wenn man die nicht annimmt oder wieder draußen ist, war es das, auf Dauer.

Nach manchen negativen Erfahrungen, von denen Aviator eine der schmerzlichsten war, habe ich nicht nur meine Lehren daraus gezogen, sondern auch ein Modell für die Auswahl von Mitinitiatoren erstellt. Da ist dann von Anfang an klar, was Rechte und was Pflichten sind. Und was persönlich von Seiten TREEEC erwartet wird und erfüllt werden muss, wenn man oben dabei sein will. Mangelndes Selbstbewusstsein ist negativ, ebenso wie persönliche Überheblichkeit. „Fachidioten“ können genial sein, aber ihr Platz ist bei den Projekten und ihren Fachbereichen. Ohne Mangementwissen und Managementgeschick kommt man auch nicht nach ganz oben, wobei auch Verhandlungsgeschick dazu gehört. Und wer sich in seine Idee verrannt hat und nichts sonst mehr sieht oder meint, er kann alles und auch noch alles selbst, ist ebenfalls falsch.

Natürlich bin ich nicht weltfremd und kenne die Zwänge, die es erfordern, dass man sich das Leben und das der Familie leisten kann. Nicht alle, die gut sind, sind mit Vermögen ausgestattet. Aber gerade dann muss man noch mehr darauf konzentriert sein, die vielfältigen Möglichkeiten von TREEEC zu nutzen und für TREEEC und sich selbst Erträge zu erwirtschaften. Kann man das nicht oder will man das nicht, dann muss man auch nicht als Mitinitiator mitmachen, sondern kann einen Platz mit seinem eigenen Geschäft auch als Business Partner auf Stufen darunter einnehmen.

Es ist mir über die Zeit auch nicht immer leicht gefallen, aber wenn ich auf dem Prinzip bestehe und seine Einhaltung einfordere und überprüfe, dann muss ich es auf mich selbst ebenso konsequent anwenden. Wer meint, sich in ein gemachtes Nest setzen zu können oder nur darauf warten zu müssen, dass ich die finanziellen Mittel schon ranschaffe, die auch bei einem Projekt mit „eigenem Geld“ am Anfang erforderlich sind, der hat weder meine Funktion, noch TREEEC verstanden. TREEEC ist eine gemeinschaftliche Sache mit einer Stiftung an der Spitze. Jeder Mitinitiator muss für seinen Bereich die entsprechenden Fähigkeiten, auch die Managementfähigkeiten, mitbringen, Verantwortung übernehmen und führen. Eine eierlegende Wollmilchsau, die noch dazu Geld scheißt, gibt es nicht. In jedem Bereich muss das erarbeitet werden, was dafür notwendig ist.

Es soll mir niemand sagen, dass es das nicht wert ist, für TREEEC alles zu geben. Wer die Fähigkeit hat zu erkennen, was TREEEC ist und bietet, hat daran auch keinen Zweifel. Und es gibt sie, die wirklich guten und fähigen Leute, die sich voll ins Zeug legen, die Sache tatkräftig weiterbringen und damit sehr schnell in der Lage sind, auch ihr Auskommen zu verdienen. Die lade ich ein, ganz oben bei TREEEC mitzumachen. Deren Aufgabe wird es sein, mich letztendlich überflüssig zu machen und die Dinge so in die Hand zu nehmen, dass es keinen „eisernen Kanzler“ mehr braucht, der – im Sinne der Sache – Engagement, Loyalität und Disziplin fordert. Bis dahin wird man sich noch an mir reiben, sich von mir aber hoffentlich auch inspirieren und motivieren lassen.

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Ein Kommentar

  1. Sommerlaune

    Tai, manchmal erkennt man das wahre Gesicht eines Menschen erst auf den zweiten Blick. Das ist, wie in diesem Fall, mit einer schmerzhaften Erfahrung verbunden. Wer einen Freund und/oder Geschäftspartner wie Aviator an seiner Seite hat, braucht keine Feinde mehr. Dieser Lernprozess prägt für die Zukunft. Aber auch von negativen Erfahrungen kann man profitieren.
    Ich hoffe, TREEEC hat dich noch lange als „Eisernen Kanzler“ in seiner Mitte.