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Ein guter Mann geht. Ein guter Mann kommt?

Der griechische Finanzminister Janis Varoufakis ist zurückgetreten. Er hat sich in den Verhandlungen mit den anderen Finanzministern der Eurozone verschlissen und ist das Bauernopfer, um etwas die Abneigung zu dämpfen, die den Griechen bei den bevorstehenden neuen Verhandlungen entgegenschlagen dürfte. Damit geht ein guter Mann. Wer immer ihm nachfolgt, er muss die Kompetenz und das Charisma mitbringen, die ich bei Varoufakis geschätzt habe und schätze.

TREEEC hat ein Gremium von Ratgebern eingerichtet, das TREEEC COUNCIL, in das gute Leute eingeladen werden. Leute, die mit ihren Ratschlägen und ihren Kontakten TREEEC weiterbringen sollen. Es soll sich dabei um Persönlichkeiten handeln, die aufgrund ihrer Erfahrung einen besonderen Einblick in die Wirtschaft haben und neue Wege weisen und begleiten können und wollen.

Genau genommen teilt sich das COUNCIL in zwei „Abteilungen“ bzw. in zwei Gruppen von Ratgebern. Die Hohen Räte (High Councillors), das sind die Ratgeber, die TREEEC gleichsam ideell unterstützen, und die Exekutiven Räte (Executive Councillors), das sind die in die operativen Aufgaben eingebundenen Berater. In beide Bereiche haben wir begonnen, geeignete Persönlichkeiten einzuladen.

Warum nicht auch Herrn Varoufakis? Er hat bewiesen, dass er ein kreativer Denker und entschlossener Vertreter seiner Überzeugungen ist. Er lässt sich nicht einschüchtern und schwimmt auch kraftvoll gegen den Strom. In seiner Wortwahl ist er unmissverständlich und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. Was braucht es mehr an Empfehlungen für TREEEC. Er wäre ein guter „Hoher Rat“.

Also dann, laden wir ihn ein. Dann kommt ein guter Mann. Ganz so einfach wird es wohl nicht sein. An der Stelle, an der TREEEC (noch) steht, wird es nicht leicht sein, jemanden wie ihn zu überzeugen, sich für unsere Sache zu engagieren. Aber wenn wir schon davor zurückschrecken würden, es zu versuchen, wären wir gar nichts wert und schon gescheitert, bevor wir überhaupt angefangen haben. Nur wer handelt, erreicht auch was, selbst wenn es eine Absage ist. Aber warum sollten es Absagen sein. TREEEC ist gut genug für die Besten.

Aber wie vorgehen bei so einer Einladung? Eine Email schreiben oder einen Brief schicken, wäre zu wenig. Das würde in der Menge der Nachrichten untergehen, die solche Persönlichkeiten täglich erreichen. Da wäre es gut, wenn man jemanden in entsprechender Position kennt, der ihn wiederum kennt und den Kontakt vermittelt. Es wäre auch nicht schlecht, als Journalist an ihn heranzugehen. Oder beides. Jedenfalls, ohne ein persönliches Treffen geht es bei solchen Leuten gar nichts. Aber wer weiß, vielleicht treffe ich ihn ja in Kürze.

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13 Kommentiert

  1. münsterländer

    Ja, das wäre doch endlich ein Lebenszeichen von TREEEC auf hohem Niveau. Ein Treffen mit Herrn Varoufakis zu organisieren.

    Münsterländer

    • Sommerlaune

      Selbst auf die Gefahr hin, dass man mich hier gleich verbal steinigt.

      Tai, findest du es richtig, sich von den Passagieren der untergehenden Titanic die Absolution abzuholen und dann als Erster von Bord zu gehen und das Messer in der Sau stecken zu lassen?
      Ich nicht!
      Im Job wird jeder Zweite verschlissen und verheizt. Und dass ihn die EU zum A…. der Nation abgestempelt hat, war ihm nach meinem Empfinden bislang auch ziemlich egal.
      Wenn ich etwas gar nicht ab kann, dann sind das Ratten, die das sinkende Schiff verlassen.
      Aber wahrscheinlich werden seine Bezüge auch weiter stimmen.

  2. Profilbild von Tai Kriegeskotte

    Ich halte das für alles andere als das Verlassen eines sinkenden Schiffes.
    Varoufakis ist das Bauernopfer, das gebracht werden muss. Das hatte einerseits die griechische Opposition gefordert, um überhaupt Gespräche mit Tsipras zu führen. Der braucht nämlich jetzt, wo es hart werden wird, auch die anderen Parteien. Zum anderen ist er für die Finanzminister der Eurozone mit seinem Verhalten und wie er sie bezeichnet hat, ein Gesprächspartner, der schon persönlich nicht viel Entgegenkommen erwarten kann. Ein neuer Mann, der verbindlicher ist, ist dringend erforderlich. Denn das „Nein“ hin oder her, Griechenland kommt (wieder) als Bittsteller.

    • Sommerlaune

      Und genau da hat der Frosch seine Locken, Tai.
      Achtung von meinem Gegenüber erhalte ich, wenn ich meinen Standpunkt mit Anstand und Niveau vertrete und verteidige. Da muss ich nicht zum Stiefellecker mutieren, mich aber auch nicht in meinem Verhalten und meiner Wortwahl auf solch eine Schiene begeben.

      Das jetzt ein neuer Mann für Griechenland her muss, ist mehr als von Nöten.
      Aber mein Mitleid für das ach so arme Bauernopfer hält sich sehr in Grenzen.
      Und ob das Niveau des Herrn reicht, um mit Treeec auf Augenhöhe zu stehen…., ob sich Treeec damit einen Gefallen tut, wage ich zu bezweifeln.
      Aber das ist meine persönliche Meinung. Ich bin (zum Glück für Varoufakis!) nicht in einer Position, das zu entscheiden.

  3. Profilbild von Tai Kriegeskotte

    Ich kennen Herrn Varoufakis (noch) nicht persönlich. Für mich kommt es entscheidend darauf an, wie jemand als Person auf mich wirkt und wie er auf mich reagiert. Ein lascher oder fester Händedruck kann da schon die Weichen stellen.

    Das Bild, das wir von Varoufakis in den deutschen Medien gezeichnet bekommen, ist ein voreingenommenes. Wie sehen ihn aber die Griechen? Ganz anders. Entscheidend wird aber sein, wie ich ihn sehen werde, wenn ich erst mit ihm gesprochen habe. Wenn es denn dazu kommen sollte, natürlich.

    • Sommerlaune

      Natürlich versuchen unsere Medien wie auch unsere Politiker uns mit ihrem Bild im Weichspülprogramm schön geschmeidig einzuhüllen und einzulullen. Und es gibt leider in unserer „mündigen“ Bevölkerung genügend, die das dankend annehmen um nicht alleine denken zu müssen.

      Der nicht so ganz bequeme Weg ist es, sich ein eigenes Bild zu machen und ich denke, ich bin in der Lage dazu, auch ohne ihm die Hand zu schütteln.
      Du handhabst es auf deine Art, was ich absolut respektiere. Und ich wünsche dir, du bekommst die Gelegenheit dazu.

      Ich bin und bleibe mehr als skeptisch, ob Treeec sich mit ihm einen Gefallen tun würde. Und ob Treeec sich überhaupt einen Gefallen damit tut, Gefahr zu laufen, sich in irgendeine rabiate politische Richtung einordnen zu lassen.

      Denn so wie alles seine Befürworter und seine Gegner hat, warten auch bei Treeec Letztere nur darauf, ihr einen Stempel aufzudrücken, den die Medien dann nur zu gerne aufgreifen um dem „mündigen“ Bürger bei der „Meinungsfindung“ behilflich zu sein.

  4. Dummerchen

    @ Sommerlaune

    „Natürlich versuchen unsere Medien wie auch unsere Politiker uns mit ihrem Bild im Weichspülprogramm schön geschmeidig einzuhüllen und einzulullen.“

    Also wie denn nun? – Auf einem Ihrer vorherigen Kommentare/Beiträge, sagten Sie, in ihren Ohren hat das Wort „Wirtschaftskrieg“ einen faden Beigeschmack, da hier etwas zu deutlich das Wort „Krieg“ in den Vordergrund gerückt würde, und es Leute abschrecken würde, denn anlocken – sinngemäß von mir hier wiedergegeben!
    Hier an dieser Stelle aber kritisieren Sie das „Weichspülprogramm der Medien“, um ein, sagen wir, „aufgeweichtes“ Bild eines Politikers wiederzugeben.

    Da bin ich jetzt aber erstaunt, wie hätten Sie es denn gern? – Und vor allen Dingen: Wann ist es denn genehm, das Kind beim Namen zu nennen und wann ist es Ihnen denn lieber, wir finden tolle kreative Wortschöpfungen, von denen es nun wirklich super viele in unserem Sprachgebrauch gibt.

    „Der nicht so ganz bequeme Weg ist es, sich ein eigenes Bild zu machen und ich denke, ich bin in der Lage dazu, auch ohne ihm die Hand zu schütteln.“
    Es interessiert mich, was denn der bequeme Weg ist, sich ein Bild über eine Person zu verschaffen?

    In meinen Augen gibt es nur einen Weg, sich eine Meinung über jemanden zu bilden, einen einzigen: ihn persönlich kennen zu lernen bzw. mit ihm in Kontakt zu treten.

    Es ist anmaßend zu behaupten, man kann sich ein Bild über eine Person machen, nur und ausschließlich auf Grundlage sekundärer Quellen! Denn keine Meinung ist objektiv, genauso wenig, wie eine noch so guter Hintergrundbericht!

  5. Sommerloch

    @ Dummerchen

    Wollen wir hier nicht alle das gleiche?
    Warum also so provokant?
    Kann es sein, dass Sie sich ein Bild über meine Person gemacht haben ohne mich persönlich zu kennen?

    Sie zerpflücken hier unterschiedliche Kommentare aus unterschiedlichen Artikeln zu einer unterschiedlichen Thematik und werfen Dinge in einen Topf, die nicht in einen Topf gehören.
    Und wenn Sie aufmerksam lesen, dürfte dies zu Erkennen für Sie ein Selbstläufer sein.

    Gott oder wem immer sei Dank, leben wir in einem Land, in dem sich jeder SEINEM Gusto der Meinungsfindung / -bildung bedienen darf.
    Ich wünsche Ihnen viel Freude und gutes Gelingen auf Ihrem Weg, bei dem ich mir übrigens NIEMALS anmaßen würde, ihn anmaßend zu finden.
    Ich selbst kann mit meinen 13 Wochen Jahresurlaub etwas anderes anfangen, als mit jedem Autokonstrukteur in Kontakt zu treten, bevor ich mir einen Neuwagen zulege oder jeden Politiker persönlich kennen zu lernen, bevor ich wählen gehe.
    Aber vielleicht empfinden Sie es auch als anmaßend, dass ich letzteres überhaupt tue.

    • Preußin

      Bravo, mir aus der Seele gesprochen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Und wenn man mit dem Begriff „Krieger“ ein Problem hat, heißt das noch lange nicht, dass man glattgebügelte Politiker mag. Menschen mit Charisma, Intelligenz und Durchsetzungsvermögen sind in allen Bereichen Vorreiter, ob in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Kunst. Vielleicht können wir uns auf den Begriff „kämpferisch“ einigen.

  6. No(r)bert

    Spannend zu lesen, wie die Wortgruppen „kennenlernen“ und „Meinung bilden“ auf diesen Seiten rein sprachlich interpretiert werden.

    Um aber zum Ursprünglichen zurückzukommen, gehe ich davon aus, dass Herr Kriegeskotte das Stadium der Meinungsbildung über Herrn Varoufakis längst abgeschlossen hat, und nun in einem ggf. persönlichen „KENNENLERNEN“ sein Meinungsbild bestätigt bekommt oder auch nicht.

    Eine Frage zum Vergleich Neuwagenkauf und Autokonstrukteur an Sommerloch: Ist es wirklich so, dass Sie sich, wenn Sie in Ihren 13 Wochen Urlaub zum Kauf eines Autos entschieden haben, sich eine Meinung zum Autokonstrukteur bilden konnten? Oder ist es nicht eher so, dass dieser Kauf ihre Person widerspiegelt: Vorlieben, Affinitäten oder sogar den Umfang des Geldbeutels?
    Sie haben sich über den Konstrukteur des Autos keine Meinung bilden können, wie auch?

    Wobei ich denke, dass diese „Wortklauberei“ eher die Germanisten und Philosophen erfreuen würde aber an dieser Stelle ein wenig deplatziert ist.

    • Sommerlaune

      Lieber No(r)bert,
      u.a. ist eine der Grundvoraussetzungen für ein Lehramtsstudium Germanistik oder umgangssprachlich Deutsch ein unbeirrbarer pädagogischer Eros.

      Und da sie sich so einen germanistischen Schmunzler wünschen, sollen sie ihn bekommen. Wobei mich diese Korrektur schon bei der Arbeit eines Sekundarschülers I weniger erfreut hätte.

      „Ist es wirklich so, dass Sie sich, wenn Sie (hier fehlen die Worte „sich“ und „in“ ) Ihren 13 Wochen Urlaub zum (oder sie schreiben hier „den“ statt „zum“) Kauf eines Autos entschieden haben, sich eine Meinung zum Autokonstrukteur bilden konnten?“

      Und da ich geschrieben hatte, dass ich in meinen 13 Wochen Jahresurlaub etwas anderes zu tun habe als……, müsste es weiterhin in Ihrem obigen Satz am Ende noch „könnten“ und nicht „konnten“ heißen.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen alles korrekt plazieren. Und gestatten Sie mir noch eine Anmerkung zum Schluss:
      Unterschiedliche Ansichten bringen neue Sichtweisen. Und davon lernt auch ein Projekt wie TREEEC. Man muss diese Ansichten nicht immer teilen. Aber man sollte sie respektieren.

  7. Dummerchen

    Ganz richtig Sommerlaune und Sommerloch! Völlig korrekt analysiert und auf den Punkt gebracht:

    „Unterschiedliche Ansichten bringen neue Sichtweisen. Und davon lernt auch ein Projekt wie TREEEC. Man muss diese Ansichten nicht immer teilen. Aber man sollte sie respektieren.“

    Ein für jedermann gültiges und anwendbares, sehr weises Kommentarende!