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Griechenland und TREEEC – damit wir uns nicht missverstehen

Damit eines klar ist, zu verschenken hat TREEEC nichts. Auch nicht an Griechenland. Prinzipiell ist es möglich, mit Hilfe von TREEEC ein alternatives Währungssystem, parallel zu einer anderen offiziellen Landeswährung oder dem Euro und auch unabhängig davon, aufzubauen und eine neue Wirtschaftsstruktur zu schaffen. Aber auch dabei geht es nicht ohne Leistung und die Bereitschaft nach bestem Vermögen und Kräften mitzumachen. Wer nur erwartet, dass er sich als Schmarotzer daran anhängen kann, ohne zu leisten, was er leisten könnte, ist bei TREEEC falsch.

Griechenland ist ein Land mit vielen fundamentalen Problemen. Die Zahl der Beamten ist viel zu groß, die bürokratischen Hemmnisse kosten echt Nerven und lähmen noch dazu die wirtschaftliche Entwicklung. Die Schattenwirtschaft bordet über und die Steuermoral der Selbständigen ist katastrophal, ebenso wie die Zahlungsmoral in allen Bereichen. Korruption ist an der Tagesordnung und schon Normalität. Den Politikern geht es mehr um ihr persönliches Wohl als das des Staates und der Allgemeinheit. Umgekehrt erwarten Wähler von den von ihnen gewählten Politikern als Gegenleistung direkte persönliche Unterstützung und Bevorzugung, zu Lasten des Gemeinwohls. Superreiche setzen ihre Profitinteressen auf höchsten Ebenen durch und niemand wehrt es ihnen, sich zu Lasten aller anderen weiter zu bereichern. Das Land ist verkrustet und unbeweglich, und das schon seit Jahrzehnten. Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ist erschreckend gering.

Die von der EU und den griechischen Geldgeber verlangten Reformen sind längst überfällig. Jahrzehntelang wurde der Schlendrian von Brüssel zugelassen. Aber von den Menschen in Griechenland zu verlangen, dass sie innerhalb weniger Jahres alles anders machen müssen, ist viel verlangt, zu viel. Und Sparen ist nicht der richtige Weg, es muss in die Infrastruktur und die Wirtschaft investiert werden. Wer aber weiß, wie kreativ Mittel der EU dort zweckentfremdet und in die falschen Kanäle geleitet werden, der weiß, dass Geld alleine gar nichts bewirkt, es sogar noch schlimmer macht.

TREEEC und die Methode, wie finanziert wird, verhindern eine missbräuchliche Verwendung der Mittel. Jedes Unternehmen und Projekt, in das T:MONEY fließt, unterwirft sich laufender Kontrolle und Beratung durch Systempartner von TREEEC. Dadurch ist auch keine Schattenwirtschaft möglich und der Fiskus erhält die abzuführenden Steuern pünktlich und in voller Höhe. Gleichzeitig steigt durch die zinsenfreie Finanzierung die Profitabilität. Von TREEEC initiierte Projekte bringen Innovationen ins Land und in die Regionen und bedeuten Aufträge für die mit TREEEC verbundenen Unternehmen. Dadurch kommen immer mehr Menschen in dauerhafte Arbeit und es ist mehr Geld für private Investitionen und Konsum vorhanden. Dass TREEEC auch hier sinnvolle Leistungen und Produkte für die Beschäftigten der verbundenen Unternehmen gemeinsam mit anderen Unternehmenspartnern verfügbar macht, rundet das zu einem geschlossenen großen Ganzen ab.

Keine Frage, das hat auch Wirkung auf diejenigen, die außerhalb dieser Wirtschaftswelt von TREEEC stehen. Die müssen sich dann überlegen, ob sie die von ihnen praktizierte Schatten- und Pfründenwirtschaft aufgeben und auch Teil des Systems von TREEEC sein wollen. Die Argumente sind überzeugend genug, Geschäfte anständig und trotzdem profitabel zu machen. Es wird aber auch solche geben, und das können durchaus die derzeit Reichsten und Einflussreichsten sein, die meinen, sie verlieren. Aber nicht, weil sie tatsächlich verlieren, denn auch sie können nur gewinnen, sondern weil sie immer noch in einem alten Privilegiendenken verhaftet sind und ungern Macht abgeben. Aber ich bin überzeugt, ein Kaufmann erkennt die Vorteile, und gegen mehr und besseren Profit hat er letztlich am allerwenigsten.

Was hier so logisch klingen mag, bedeutet aber trotzdem harte Arbeit. Gerade in Griechenland gäbe es jetzt die historische Chance, TREEEC zu etablieren. Aber TREEEC muss erst selbst organisatorisch noch ein ordentliches Stück weiter kommen, um so etwas stemmen zu können. Aber es ist absehbar, dass TREEEC in Hellas Fuß fassen und sich auch entwickeln wird. Weil es dort die Probleme gibt, für die TREEEC die Lösungen hat. Wenn wir uns aber einen Augenblick von Griechenland abwenden und uns umschauen, dann sehen wir, dass es sehr viele Länder gibt, denen es weit schlechter geht und in denen es mindestens so dringend wenn nicht dringender ist, TREEEC dort aufzubauen. Wir dürfen und werden nicht den Fehler machen, nur Einzelfälle zu sehen, auch wenn der Einzelfall ein ganzes Land ist. Wir müssen die Gesamtlösung im Auge behalten. Das werden wir. Packen wir es an.

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6 Kommentiert

  1. Preußin

    Selten zuvor hat wohl jemand so präzise und treffend die ganze Griechenlandmisere zusammengefasst und dargestellt. Ja, es braucht mehr, viel mehr, als nur neue Milliarden nach Griechenland zu pumpen. Zur Zeit wird der jeweils Schuldige, wie so oft in der Geschichte, beim anderen gesucht. Das griechische Volk schaut wütend und empört nach Europa, insbesondere nach Deutschland und fühlt sich bevormundet. Eurpoa und insbesondere Deutschland schaut genervt nach Griechenland und meint, nun müsste das große Sparen anfangen…
    Etwas völlig Neues, ein alternatives Wirtschafts- und Finanzsystem kann die Lösung sein und zwar dauerhaft.

    Genauso richtig ist es, dass wir über den Tellerrand, sprich Europa, hinaus schauen müssen. Es gibt viele, sehr viele Länder, in denen Korruption und Machtmissbrauch an der Tagesordnung sind. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die vor TREEEC liegt. Mich bewegt die Frage, wie TREEEC in totalitären Staaten Fuß fassen will…

    Ich bin sicher, der Verfasser dieses Blogs und wohl auch der Vater von TREEEC hat sich auch darüber Gedanken gemacht und hat eine Lösung.

  2. Dummerchen

    @ Preußin

    Funktionieren Wirtschaft und das Finanzwesen in einem totalitären Staat nach anderen Regeln, als in einem „demokratischen“?

    Das Dummerchen

    • Preußin

      Was für eine Frage? Natürlich tun sie das. Es gibt in totalitären Staaten Vorgaben, wer, was, wieviel produziert. Mal abgesehen, dass ein totalitärer Staat wohl kaum ein alternatives System wie TREEEC zulassen wird.

  3. Sommerlaune

    Was braucht Griechenland TREEEC mit neuem Wirtschaftssystem und neuer Währung. Wahrscheinlich braucht es auch die ganze Welt nicht. Jetzt wo es den genialen Thom Feeney gibt. ER rettet ja mit seinem Crowdfunding nun angeblich die Griechen. Ihr lieben Leute, blockieren denn die 38 Grad den Menschen die Synapsen? 1,6 Milliarden will er in nur wenigenTagen „sammeln“. Und dafür muss doch jeder EU Bürger nur läppische 3 € , sprich drei Kugeln Eis, beitragen. Stimmt, dann sind die Griechen gerettet. Wenn mir die Hitze nicht das Gehirn vernebelt hat, würde das gerade mal reichen, den IWF wieder „glücklich“ zu machen. Bei 340 Milliarden, die wohl eher im Raum stehen, sind das allerdings schon 680 € pro EU Bürger. Damit sieht die Sache schon anders aus. Hurra, und dann geht’s den Griechen wieder gut. Und Schmankerl legt der ach so gute Schuhverkäufer, dem durch die Hitze wahrscheinlich nur entfallen ist, dass er in Wirklichkeit ein arbeitsloser EX-Manager ist, auch noch drauf. Für 3 € gibt’s eine Postkarte plus Versand. Wahrscheinlich mit dem Konterfei von Tsipras, wie er vor Lachen nachts nicht in den Schlaf findet. Für 10 € belohnt er den edlen Spender mit einer Flasche Ouzo. Und für 5000 € springt dabei sogar ein Griechenlandurlaub für die Geldgeber heraus.
    Ich glaube, keiner von uns braucht als Leistungsfach Mathematik im Abitur, was da am Ende wirklich übrig bleibt. Fast nüscht, würde der Berliner sagen. Und der verbleibende Rest im Klingelbeutel…. stimmt der wird zum genialen Rettungsschirm für die Griechen.
    Grund gütiger Himmel, ich rufe auf zum Crowdfunding für Thom Feeny. Der Mann braucht dringend einen Sonnenschirm. Wobei, schaffen wir es auch, die ganzen Spender mit welchen zu versorgen? Denn ich weiß nicht, wer dringender einen braucht.
    Tai, ich hoffe, dies war Ihnen jetzt nicht zu emotional ;-)))

    • Preußin

      also ich weiß nicht, wie es Tai geht, aber mir war es gewiss nicht zu emotional. Ja ja Thom Feeney, der Retter Griechenlands, wenn nicht der ganzen Menschheit… Aber bei diesen Temperaturen ist es ja kein Wunder, wenn manch einer einen Sonnenstich mit einem Sonnen(Rettungs)schirm verwechselt…

  4. Dummerchen

    @Preußin

    Mitte/Ende des 19. Jh. hat/haben ein bzw. zwei Herren klare und unumstößliche Regeln bzw. Gesetzmäßigkeiten über die Funktionsweise der Wirtschaft und des Kapitals definiert.

    Wie Sie bereits völlig zu recht schrieben: „Es gibt in totalitären Staaten Vorgaben, wer, was, wieviel produziert.“
    Natürlich kann reglementiert und vorgeben werden. Aber die allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten werden auch und dieser Herrschaftsform nicht ausser Kraft gesetzt. Bespiele dazu gibt es in der jüngsten Vergangenheit.

    Die Frage die gestellt werden sollte, ist, warum und zu welchem Zweck wird reglementiert oder vorgegeben?Sicher doch nur einem, um den Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft und des Geldes (Kapitals) zu folgen…….

    „Mal abgesehen, dass ein totalitärer Staat wohl kaum ein alternatives System wie TREEEC zulassen wird.“ Diese Frage beantwortet der Autor in seinem Kommentar selbst, indem er schreibt:

    „Wir dürfen und werden nicht den Fehler machen, nur Einzelfälle zu sehen, auch wenn der Einzelfall ein ganzes Land ist.“

    Treeec muss und soll m.M. nach global gedacht werden.

    Dummerchen