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Von echten Perlen und aufgeblasenen Kugelfischen

In meiner Zeit als Mitarbeiter, Mädchen für alles und Presseverantwortlicher der DUG, der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in Berlin, Anfang der 2000er Jahre habe ich viel gelernt. Damals war ich noch ziemlich neu in Berlin und mein „Netzwerk“, wie man heute seine Kontakte nennt, war in der deutschen Hauptstadt noch sehr dünn geknüpft. Durch ihren Sitz und ihr Büro im Collegium Hungaricum, damals noch am Alexanderplatz, hatte die DUG eine enge Kooperation mit dem ungarischen Kulturinstitut. Ich habe Leute ganz unterschiedlicher Art kennen gelernt, von echten Persönlichkeiten bis zu echten Luschen. Wie sie natürlich nicht nur dort anzutreffen sind. Aber mir sind einige davon in besonderer Erinnerung geblieben.

Wie Klaus Rettel, damals Vizepräsident der DUG, heute ihr Präsident. Er ist für mich eine Persönlichkeit, der mein ganzer Respekt und mein Dank gilt. Ein Mann mit besten Kontakten bis in hohe politische Spitzen in Deutschland und im Ausland, großem Wissen auf vielen Gebieten, unermüdlichem Fleiß und trotz all dem großer Bescheidenheit. Das ist hier eine gute Gelegenheit, das einmal zu erwähnen. Die DUG wurde von ihm geprägt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Einer kleinen, aber schlagkräftigen und effektiven Freundschaftsgesellschaft zwischen Deutschland und Ungarn. Unscheinbar, aber eine echte Perle und erste Anlaufadresse in Deutschland, wenn es um freundschaftliche Verbindung mit Ungarn auf gutem und hohem Niveau geht..

Daneben gab und gibt es noch andere Deutsch-Ungarische Gesellschaften, die alle nicht ihren Sitz in Berlin haben, aber an ihren Standorten gute Arbeit leisten, auch wenn das nicht immer leicht ist. Bis auf eine. Ihr Präsident kam mir wie ein aufgeblasener Kugelfisch vor, schlug sehr viel Schaum und reklamierte sich in alles hinein. Oft beobachtete ich, wie er nur für ein paar Minuten zu einer offiziellen Veranstaltung bei einer Botschaft, einer Landesvertretung oder sonst wo kam, aber immer versuchte, sich noch in den Vordergrund zu spielen. Das entsprach einfach seinem „Geschäftsprinzip“, den Schein über das Sein zu stellen. Nun, ich will ihn nicht in allem kritisieren, er hatte auch seine gute Seite. So mied er mich wie der Teufel das Weihwasser. Offenbar war ich ihm zu sehr „Bad Boy“. Investigative Journalisten können eben auch als solche abschrecken. Aber es war eben gut daran, dass ich es mir ersparen konnte, mich mit ihm abgeben zu müssen.

Den Kugelfischen und Protagonisten solchen Stiles kann ihr Gehabe durchaus nutzen. Das habe ich vielfach beobachtet. Denn sie werden durch ihr sich Aufblasen und ihre Schaumschlägerei oft besser wahrgenommen und für das gehalten, was sie scheinen, als die wirklich Guten, Effektiven und durch ihre Arbeit Überzeugenden. Das dadurch zum Glänzen gebrachte Scheinrenommee kann auch geschäftlich nützlich sein. Denn der fällt zuerst auf und wird als Berater engagiert, der am meisten auf die Kacke haut. Ob er das dann bringt, was er bringen soll, sei dahin gestellt. Vielleicht braucht man da und dort sogar mehr die Fassade als echte Ergebnisse.

Auch bei TREEEC habe ich diese Blender schon zur Genüge erlebt. Anfangs machten sie einen unwahrscheinlichen Wirbel, aber bald war die Luft raus. Sie gebärdeten sich wie Atlas, der die Welt auf seinen Schultern trägt, aber sie hatten schon Mühe, einen Luftballon hochzuheben. Ja, ich gebe zu, ich habe mich selbst von ihnen blenden lassen. Es ist nicht immer leicht zu erkennen, was jemand wirklich ist, Perle oder Kugelfisch. Heute amüsiert es mich, wenn ich ab und zu an ihren Webseiten vorbeischramme und sehe, wie phantastisch und aufgeblasen sie sich immer noch präsentieren.

Ich kann solche Leute einfach nicht ab. Überhaupt, wenn sie in Hochnäsigkeit und Präpotenz verharren und die Arbeit, die sie leisten sollen, nichts anderes ist als lauwarme Luft. Die auch noch sinnlose Kosten verursacht und Zeit und Energie vernichtet. Solche Leute können eine noch so gute Initiative zum Scheitern bringen. Deshalb muss sich auch TREEEC in Zukunft davor hüten, auf solche Leute hereinzufallen. Überhaupt, wenn sie nicht einmal selbst erkennen, wie unfähig und oberflächlich sie sind, und sich auch noch für gut halten. Aber ein Kugelfisch bläst sich ja eben auch auf, weil er das für gut hält.

Solche Luschen wünsche ich nicht einmal denen, die im Wettbewerb zu uns stehen. Nicht einmal den Plagiaten von TREEEC. Denn sie schaden der gesamten Sache, weil sie nur ihre persönlichen Interessen und Befindlichkeiten im Auge haben. Dafür sind die Rettels, die echten Perlen, nicht einmal mit Gold aufzuwiegen. Solche Leute wünsche ich mir bei TREEEC. Ihnen sind Türen und Tore geöffnet und sie sind als Partner und Mitinitiatoren immer willkommen.

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Ein Kommentar

  1. Dummerchen

    Eine toller Kommentar zum immer gültigen Sprichwort: „Mehr Schein als Sein“. Danke