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TREEEC – Die Idee einer neuen und gerechteren Wirtschaftswelt

Die Weltwirtschaft funktioniert nicht mehr. Sie hat nie funktioniert, wenn man das aus der Sicht der armen und benachteiligten Länder sieht und nicht der reichen Industriestaaten. Die sozialistische Planwirtschaft war keine Alternative und ein Experiment, das gescheitert ist. Der Kapitalismus in der bestehenden Form als Finanzkapitalismus hat ebenfalls keine Zukunft mehr. Wir brauchen also eine neue und gerechtere Wirtschaftsordnung, die eine faire Zusammenarbeit aller Regionen und Länder möglich macht, zu aller Nutzen. Dafür ist neues, stabiles und substanzielles Geld ohne Ablaufdatum erforderlich. Wertlose Manipulativwährungen in der bisherigen Form, die Spielball von Politik und Finanzzockerei sind, haben ausgedient. Eine Starrwährungsalternative wie der Goldstandard, bei dem die Währung aus Goldmünzen besteht oder Banknoten in Gold getauscht werden können, ist viel zu umständlich und auch sinnlos und nicht mehr machbar. Mit dem neuen Geld muss eine Wertewirtschaft statt eines spekulativen Finanzkapitalismus verbunden sein. Wir brauchen Lösungen und Perspektiven für alle Menschen auf dieser Welt.

Eine neue Weltordnung ist im Grunde nichts neues, eine neue Wirtschaftsordnung auch nicht. Die Geschichte zeigt uns, wie viele Weltordnungen gekommen und wieder gegangen sind. Es ist nicht immer eine bessere Ordnung einer schlechteren gefolgt, es sprang vielmehr wild hin und her. Spätestens bei der Realisierung waren die Triebkräfte weniger eine bessere Welt zu schaffen als vielmehr Machtgewinnung und damit verbunden Selbstbereicherung. Trotzdem gab und gibt es politische und wirtschaftliche Systeme, die teilweise Beispiele dafür sind, wie es gehen kann. Der Kapitalismus hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Aber nun ist er zu überführen in eine Ordnung, in der reale Werte zugrunde gelegt und neue Werte geschaffen werden, statt dass nur immer mehr wertloses Geld produziert wird. Dazu muss der Egoismus einzelner und einzelner Gruppen, die sich nur selbst auf Kosten anderer bereichern, dem ökonomischen Kollektivegoismus weichen. Ökonomischer Kollektivegoismus ist aber nichts anderes als das Streben aller nach mehr auf der Grundlage des gleichen und gleichermaßen leichten Zugangs zu Finanzmitteln für geschäftliche Investitionen zur Schaffung neuer Werte und langfristiger wertbasierter Erträge. Es muss also nichts neu erfunden werden. Aber richtig zusammengefügt und noch besser verwirklicht. Fangen wir an mit einer neuen und gerechteren Wirtschaftswelt.

Die größte Herausforderung, ein faires, nachhaltiges und dauerhaftes neues Wirtschaftssystem einzuführen, sind die Nutznießer und Profiteure der bisherigen auf unserem Planeten bestehenden Systeme. Sie werden fürchten zu verlieren. Bis sie erkennen, dass alle nur gewinnen können. Die auch in einem unvollkommenen Wirtschaftssystem gewonnen Kenntnisse und Erfahrungen sind hilfreich. Wenn man bereit ist, die Lehre anzunehmen und konstruktiv und leistungsbereit mitzuwirken.

Die neue Wirtschaftswelt wird aber auch echte Verlierer haben. Diejenigen nämlich, die sich von den bisherigen und herkömmlichen Geld- und Währungssystemen nicht lösen können. Die dadurch Profit geschöpft haben und sich durch Spekulation bereichert haben. Und diejenigen, die Teil des Machterhaltungsapparats sind, der substanzlose Zinswirtschaft und Finanzspekulation erhalten will. Doch sie werden verlieren, weil sie ein nicht mehr lebensfähiges Relikt am Leben erhalten wollen. Wenn sie verlieren, haben sie kein Mitleid verdient.

Wir stehen heute in immer kürzeren Abständen vor technischen Neuerungen mit revolutionärem Potential. Am deutlichsten erkennbar an der Entwicklung von Kommunikation und Internet. Unsere Welt verändert sich immer schneller. Die Entwicklung unseres Zusammenlebens auf dieser Erde ist dem gegenüber stehen geblieben und steuert auf immer neue, die ganze Welt beeinflussende Konflikte durch die ungleiche Verteilung von Macht und Mitteln zu.

Es gibt unglaublich reiche Länder und Regionen. Deren größtes Streben ist es, ihren Einfluss und ihren Überfluss zu verteidigen. Sie setzen alle Mittel ein, sich weiterhin auf Kosten anderer zu bereichern. Indem sie ein nur ihnen nützliches auf Spekulation und finanzielle Fiktivwirtschaft aufgebautes monetäres und wirtschaftliches System mit aller Macht am Leben erhalten. Dem stehen Länder und Regionen gegenüber, die Spielball von Machtgelüsten anderer Länder, kapitalistischem Neo-Kolonialismus oder Ausbeutung durch die eigene Herrschaftsschicht sind. Aus Machtinteresse der Reichen wurden und werden auch Länder kaputt gemacht, die nun radikalen Gruppen in die Hand fallen, vielfach mit Schrecken und Terror verbunden. Dieser Terror schwappt dann von dort in die reichen und andere Länder zurück und schafft neue Probleme.

Die großen Unternehmen und internationalen Konzerne sind meist nur noch von einem falschen Verständnis von Gewinn und Profiten für die Anteilseigner und Aktionäre gesteuert. Sie gehorchen nur noch kurzfristigen Finanz- und Profitinteressen. Ihren Beschäftigten fühlen sie sich immer weniger verpflichtet, das „hire and fire“ ist die Regel geworden. Sie nehmen unmittelbar oder mittelbar in Kauf, dass unsere Erde ausgebeutet, verschmutzt, verseucht und zerstört wird. Das muss gestoppt werden, indem nicht auf kurzfristige Profitmaximierung, sondern auf langfristigen Werteerhalt und Werteschaffung gesetzt wird. Ein verantwortungsvoll bewirtschafteter und gepflegter Acker bringt einfach länger, mehr und gesünderen Ertrag. Und das bedeutet nicht weniger Wirtschaft, sondern mehr. Allerdings wird das Mehr an Wirtschaft anders gemessen. Es geht nicht mehr um Wachstum vorwiegend durch das Volumen der eingerechneten Finanztransaktionen, was heute noch ständig beschworen und als falscher Erfolgsindikator verwendet wird. Vielmehr wächst die Wirtschaft in gesunder Weise, weil mehr Menschen Zugang zu Wirtschaft haben und daran unternehmerisch oder als Beschäftigte teilhaben. Es wachsen damit auch der Wert der Wirtschaft und die langfristigen Werte, die aufgebaut werden können, weil sowohl die Belastung durch Kreditzinsen entfällt, als auch mehr sinnvoll investiert werden kann. Denn wir sprechen von zinslosem Kapital, das für Investitionen zur Verfügung stehen muss, wobei der Kapitalgeber einen Anteil am Geschäftserfolg statt Zinsen erhält.

Die Politik ist aber nicht Willens und in der Lage, die nur von Gewinnmaximierung gesteuerte Wirtschaft an die Kandare zu nehmen und einen neuen und besseren Weg zu weisen. Zu groß ist die Machtverflechtung zwischen der von Finanzinteressen gesteuerten Wirtschaft und der Politik. Die Politiker sind mehr von Wirtschaftsinteressen denn vom Willen ihrer Wähler abhängig. Die Rechenschaftspflicht gegenüber dem Wähler wird nicht ernst genug genommen. Die hohle Phrase, der Wähler könne ja bei der nächsten Wahl seine Zustimmung geben oder entziehen, will das nur konterkarieren. Denn Wahlwerbung ist sowieso immer mehr manipulativer Kampf mit falschen Versprechen, substanzlosen Aussagen und der Beeinflussung von unterschwelligen Gefühlen. Wer die Macht hat, verteidigt sie, wer sie nicht hat, versucht sie zu erlangen. Mit allen manipulativen und kommunikativen Mitteln der heutigen Gesellschaft, die im Interesse der Partei und des eigenen Karrierestrebens eingesetzt werden statt des Allgemeinwohls. Wahlverweigerung ist dabei auch keine Lösung, denn dadurch haben es die Parteien noch leichter, sich die Zustimmung vom verbliebenen Rest zu holen. Wenn neue politische Gruppen entstehen und in den Wahlkampf ziehen, ist das grundsätzlich positiv. Es ist nur bedauerlich, wenn es sich um Luftblasen handelt, die nicht in den politischen Entscheidungsprozess eingreifen können und sich durch innere Querelen selbst wieder zerstören. Oder wenn populistisch Stimmen gefangen werden, indem nur Vorurteile und Aggressionen geschürt werden.

Interessenvielfalt ist positiv. In einem politischen System ist Interessenausgleich aber unbedingt notwendig. Die Teilnahme aller Interessen an der Willensbildung ist ebenso wichtig wie an der politischen Durchsetzung. Die Mehrheit an der Macht darf auch nicht die Minderheiten durch ihre Entscheidungen beherrschen. Das Maß muss das Gemeinwohl sein und der Interessenausgleich unter allen Gruppen, die den Willen haben, konstruktiv zusammenzuleben und zusammenzuarbeiten. Umgekehrt dürfen aggressive Minderheiten nicht die Mehrheit und andere Minderheiten vor sich hertreiben und sie zu Entscheidungen gegen das Gemeinwohl zu zwingen versuchen. Der neuen Wirtschaftsgemeinschaft wird deshalb eine neue Weltgemeinschaft folgen müssen, wenn auf Dauer regional, national und international das Zusammenleben der Menschen funktionieren soll.

Wir werden deshalb für die neue Wirtschaft und die neue Welt auch diejenigen brauchen, die als Politiker nicht Diener der Partei und wirtschaftlicher Machtinteressen sind oder länger sein wollen und auch nicht der Pfründewirtschaft verfallen sind. Diese werden wir unterstützen und stärken müssen, damit sie nicht im parteilichen Machterhaltungstrott auf Linie gehalten oder ersetzt werden und untergehen. Aus einer kraftvollen Initiative heraus können aber auch neue engagierte und fähige Personen auf allen Ebenen in politische Funktionen hineinwachsen, wenn wir ihnen das Rüstzeug dafür mitgeben können. Denn die beste Idee scheitert, wenn sie nicht fähige und kundige Leute hat, die auch auf politischer Ebene Verantwortung übernehmen. Dabei muss der Weg gegangen werden, dass auch ganz unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen politischen Ansichten unterstützt werden können, wenn sie einig darin sind, bei der neuen Wirtschaftswelt und der neuen Weltordnung konstruktiv mitzuwirken.

Bleiben wir aber erst einmal bei der Wirtschaft, in der die Zusammenarbeit von Unternehmen über regionale und nationale Grenzen hinaus in einem neuen System geregelt werden kann. Zum Vorteil der Unternehmen, ihrer Eigentümer, ihrer Beschäftigten und der Allgemeinheit. Diese Regelung ist kein Einschränkungskatalog, sondern ein Chancenkatalog für neues Geschäft und neue Arten des Geschäfts auf Grundlage einer vertrauensvollen, fairen und nachhaltigen Zusammenarbeit. Gewährleistet durch ein Geldsystem, das keine Kapitalengpässe für Unternehmen mehr kennt, keine Zinsen braucht und den Austausch und Ausgleich zwischen Unternehmen ganz unterschiedlicher Größe und Wirtschaftskraft über regionale und nationale Grenzen und weltweit leicht möglich macht. Und von der alle besser und langfristig profitieren.

Ich nenne diese neue Wirtschaftsordnung Valorismus, Wertewirtschaft. Valor bedeutet im Lateinischen Wert. Der Valorismus wird den Kapitalismus ablösen. Ist das eine Vision? Oder gar eine Utopie? Zunächst einmal, es ist sicher ein Wunschtraum, aber genauso sicher keine Träumerei. Und es ist nicht nur denkbar, sondern schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg zu einem durchdachten Plan und Grundmodell. Dieses Modell für das Wirtschaftssystem auf der Grundlage neuen Wert basierten Geldes, aus dem die neue Wirtschaftsordnung wachsen soll, gibt es. Das ist TREEEC. Das müssen wir entschlossen aufbauen.

Über Tai Kriegeskotte

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